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Forschung am Mond: Ein neuer Krater auf dem Mond wird von Luna-25 verursacht


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Die russische Mondmission Luna-25 ist wegen eines fehlerhaften Bremsmanövers am 19. August 2023 um 13:57 Uhr gescheitert. Die Sonde schlug hart auf der Mondoberfläche auf.

Start der Trägerrakete mit der Raumsonde »Luna-25« vom russischen Weltraumbahnhof Wostotschny. Die Rakete steht noch auf dem Launch-Pad und hat gerade gezündet.

© Sergei Savostyanov / TASS / dpa / picture alliance (Ausschnitt)

Die russische Mondsonde Luna-25 hob am 11. August 2023 mit einer Trägerrakete vom Typ Sojus-2.1b vom Weltraumbahnhof Wostotschny ab. Das Bild stammt von der russischen Staatsagentur TASS.

Lange Gesichter beim Institut für Kosmosforschung (IKI) in Moskau am 19. August 2023, als klar wurde, dass die Mission Luna-25 gescheitert ist: Während eines Schubmanövers zur Absenkung der Umlaufbahn – in Vorbereitung auf das für den 21. August geplante sanfte Aufsetzen auf der Mondoberfläche – geriet die Sonde außer Kontrolle und der Funkkontakt brach ab. In der Folge schlug Luna-25 mit rund 1600 Kilometern pro Stunde hart auf der Mondoberfläche auf und wurde zerstört. Somit hat Russland mit hohem personellen und finanziellen Aufwand einen neuen Krater auf der Mondoberfläche geschaffen.

Vor 64 Jahren hatte die Meldung über den harten Aufschlag des ersten menschengemachten Objekts noch positive Schlagzeilen gemacht. Damals, im September 1959, hatte die sowjetisch-russische Sonde Luna-2 (im Westen auch Lunik-2 genannt) den Mond erreicht. Nun ist es ein bitterer Fehlschlag. Unbestätigten Informationen zufolge war das Schubmanöver zur Bahnabsenkung etwa anderthalbmal so stark wie geplant ausgefallen, so dass die minimale Flughöhe der Umlaufbahn unterhalb der Mondoberfläche lag. Der folgenschwere Fehler erfolgte am 19. August um 13:10 Uhr unserer Zeit, 47 Minuten später schlug Luna-25 hart auf dem Mond auf.

Eine beispiellose Pannenserie

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Damit setzt sich die beispiellose Pannenserie der russischen Raumfahrt im Hinblick auf Mond- und Planetensonden fort. 47 Jahre lang hat Russland seit der erfolgreichen Mondsonde Luna-24 im Jahr 1976 keinen Raumflugkörper mehr zum Mond gebracht, weil anfangs das wissenschaftliche Interesse eingeschlafen war und später das Geld fehlte. Und seit 1988 gelang es Russland nicht mehr, eine erfolgreiche Planetensonde auf den Weg zu bringen.

Seit dem mageren Teilerfolg der Raumsonde Phobos-2 – die Sonde arbeitete im Jahr 1989 für zwei Monate auf einer Marsumlaufbahn – sind alle weiteren Raumfahrzeuge bereits in der Erdumlaufbahn gescheitert oder erreichten diese gar nicht erst. Das mühsam in den 1960er bis 1980er Jahren erarbeitete Know-how der damaligen sowjetischen Ingenieure ist seitdem verloren gegangen. Was das Scheitern für Luna-25 für die künftige russische wissenschaftliche Raumfahrt bedeuten wird, lässt sich derzeit nicht absehen. Auf jeden Fall blieb Russland ein Propagandaerfolg auf der internationalen Bühne verwehrt.

Nun richtet sich der Blick auf die indische Mondmission Chandrayaan-3: Der Lander Vikram hat sich erfolgreich vom Antriebsmodul gelöst und umrundet den Mond derzeit auf eigener Bahn. Der Landeversuch ist für Mittwoch, 23. August 2023, um 14:34 Uhr unserer Zeit geplant. Die indische Raumfahrtbehörde ISRO plant ab 14 Uhr eine Live-Übertragung des Landeversuchs.

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Author: John Paul

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